Presseaussendung

„Müssen Ausbildungslücke bei Pflegejobs schließen“

Einstimmiger Beschluss im Oö. Landtag: Initiativantrag für modulares Pflegeausbildungsprogramm für Pflichtschulabgänger

Der Mitte Mai gemeinsam von OÖVP und JVP OÖ eingebrachte Initiativantrag für eine Modernisierung der Pflegeausbildung wurde heute im Oö. Landtag einstimmig beschlossen. Hintergrund ist der massive Rückgang der Bewerber in den Pflegeberufen. Die Quote jener, die die Ausbildung vor Abschluss abbrechen, beträgt durchschnittlich 30 bis 40 Prozent. Gleichzeitig steigt der Bedarf nach qualifizierten Pflegekräften stetig. Alleine in Oberösterreich wird die Zahl der pflege- und betreuungsbedürftigen Personen von derzeit rund 80.000 auf rund 113.000 im Jahr 2035 steigen. Laut einer aktuellen WIFO-Studie rechnet man bis 2050 mit einem Anstieg der über 80-Jährigen in Österreich von derzeit fünf auf 11,6 Prozent.

Qualitativ hochwertige Pflege braucht gute Arbeitsbedingungen sowie ausreichend und gut ausgebildetes Personal. Um den Bedarf künftig abzudecken, müssen wir die Pflegeausbildung dringend reformieren. Dabei müssen wir vor allem mehr junge Menschen für einen Beruf im Pflegebereich begeistern. Der heutige Beschluss aller Parteien im Oö. Landtag ist ein gemeinsames Bekenntnis dazu. Jetzt ist der Bund gefordert zu handeln“, so OÖVP-Sozialsprecher LAbg. Dr. Wolfgang Hattmannsdorfer.

Tatsache ist, dass junge Menschen erst ab einem Alter von 17 Jahren in der Pflege arbeiten dürfen. Das führt dazu, dass sich viele junge Menschen nach der Pflichtschule für andere Berufe entscheiden. Gemeinsam mit Claudia Plakolm, Landesobfrau der Jungen ÖVP, fordert Hattmannsdorfer vom Bund daher ein modulares Ausbildungsprogramm für Pflegeberufe, das nahtlos an das Ende der Ausbildungspflicht anschließt.

Durch die aktuelle Ausbildungslücke gehen wertvolle Fachkräfte verloren, die wir dringend brauchen. Junge Menschen sollen sich in Zukunft verstärkt für soziale Berufe entscheiden. Das wird nur gehen, wenn es attraktiver wird, diesen Beruf zu erlernen. Dazu gehört auch, dass man mit der Ausbildung nicht bis zum 17. Geburtstag warten muss“, sagt Claudia Plakolm, Landesobfrau der JVP OÖ.

Dabei soll ausdrücklich darauf geachtet werden, dass in der ersten Phase des Ausbildungsprogramms belastende Situationen (beispielsweise im Kontakt mit Sterbenden) vermieden werden und auf den Entwicklungsgrad der Jugendlichen Bedacht genommen wird.

JVP um's Eck